Eine Kondom-Verpackung, die sich nur zu zweit öffnen lässt

In Argentien hat der Sexspielzeughändler Tulipán Argentina weltweit das erste “consent condom” entwickelt. Das Besondere an der Verpackung ist, dass es nur mit vier Händen geöffnet werden kann. Das einzigartige Design erfordert, dass zwei Personen gleichzeitig auf einen bestimmten Punkt drücken müssen, um die Box zu öffnen. 

Wenn es kein Ja ist, ist es ein Nein

Das Marketing rund um die neue Kreation konzentriert sich auf die Zustimmung, mit Schlagworten wie: „Wenn es kein Ja ist, ist es ein Nein“ und „Ohne Zustimmung gibt es kein Vergnügen“. Das Konsens-Kondom soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Bis dahin verteilt das Unternehmen die Kondome in Bars als kostenlose Muster. Ohne Zustimmung kein Vergnügen. Das Motto des Sexspielzeughändler ist klar und hat in den sozialen Netzwerken für viel Aufsehen gesorgt. Das dazugehörige Video auf Twitter hat mehr als eine Million Aufrufe.

Wie effektiv ist dieses Kondom wirklich? Könnte nicht jemand einfach seine Hände bewegen, damit er alle vier Knöpfe alleine eindrücken kann? Wie beweisen vier Hände die Zustimmung? Und kümmern sich Menschen, die andere angreifen, überhaupt um Kondome?

Ein Konsens Kondom reicht nicht aus

Die Kondomverpackung ist vielleicht gut gemeint, aber wird im World Wide Web auch heftig kritisiert. Zu Recht. Das größte Problem, das mit dem Produkt in Verbindung gebracht wird, ist die enge Definition der Zustimmung. Die Methode legt nahe, dass, Zustimmung einmal für die gesamte Dauer der Begegnung erteilt wird. Diese Ansicht ist falsch und gefährlich. Eine Person kann ihre Meinung ändern oder sich unwohl fühlen und hat das Recht, sich jederzeit aus der Situation zu entfernen.

(@blaec_francis) April 10, 2019

Einige Leute äußerten sogar die Befürchtung, dass solche Kondome als Beweismittel, möglicherweise in Fällen von sexuellen Übergriffen verwendet werden könnten, um diejenigen zu schützen, die wegen sexueller Übergriffe angeklagt sind. Die Zustimmung zur Verwendung eines Kondoms ist ein Schritt im laufenden Prozess der Erlangung der sexuellen Einwilligung, aber es ist keineswegs der letzte.

Unternehmen können mit ihren Marketingkampagnen zur Sensibilisierung beitragen, aber letztendlich ist das Konsens-Kondom ein reines Produkt des Kapitalismus und löst nicht das grundlegende Problem. Wir brauchen keine Zustimmungsapps, Verträge oder Konsens-Kondome. Was wir brauchen, ist ein gesunder und effektiver Dialog über Macht und Gewalt. Das ist etwas, das in der Gesellschaft und in der Bildung angegangen werden muss.

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